Notizbuch, Stift und Kerze auf einem dunklen Schreibtisch als Sinnbild fürs Website-Texte selbst schreiben

Website-Texte selbst schreiben: eine Anleitung für Betriebe

Der Webdesigner ist fertig, das Layout steht – und dann kommt die Frage, vor der viele Betriebe zurückschrecken: Wer schreibt eigentlich die Texte? Gute Website-Texte selbst zu schreiben ist keine Kunst, für die man Germanistik studiert haben muss. Niemand kennt dein Handwerk, deine Kunden und deine Region so gut wie du. In diesem Beitrag zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du überzeugende Texte für deine eigene Website schreibst – auch ohne Marketing-Hintergrund.

Warum du Website-Texte selbst schreiben solltest

Als Inhaber eines kleinen Betriebs im Westerwald sitzt du an der wichtigsten Quelle: dem echten Kundengespräch. Du weißt, welche Fragen dir am Telefon immer wieder gestellt werden, welche Sorgen deine Kunden haben und mit welchen Worten sie über ihr Anliegen sprechen. Genau dieses Wissen macht Website-Texte lebendig und glaubwürdig. Eine Agentur muss sich das mühsam erarbeiten – du hast es längst im Kopf.

Dazu kommt: Suchmaschinen und deine Besucher belohnen Texte, die eine konkrete Frage beantworten. Wer authentisch und verständlich schreibt, verkauft am Ende besser als jeder Werbetext mit hohlen Superlativen.

Vor dem Schreiben: Wer liest das eigentlich?

Bevor du das erste Wort tippst, stell dir eine einzige Person vor – deinen typischen Kunden. Ist es der Handwerksbetrieb, der einen neuen Auftragnehmer sucht? Die Familie aus der Nachbargemeinde, die einen verlässlichen Ansprechpartner will? Schreib so, als würdest du genau dieser Person am Küchentisch von deiner Arbeit erzählen.

Ein einfacher Trick: Notiere dir vor jedem Seitentext die drei häufigsten Fragen, die dir Kunden zu diesem Thema stellen. Wenn dein Text diese drei Fragen beantwortet, hast du schon fast gewonnen.

Die Du- oder Sie-Frage klären

Sprich deine Besucher direkt an – ob per Du oder Sie hängt von deiner Branche ab. Ein Handwerker oder ein Café darf ruhig duzen, eine Steuerkanzlei bleibt meist beim Sie. Wichtig ist nur, dass du dich für eine Ansprache entscheidest und sie auf der ganzen Website durchhältst.

So baust du einen überzeugenden Text auf

Der häufigste Fehler ist, mit sich selbst anzufangen: „Wir sind ein 1998 gegründetes Familienunternehmen …“ Das interessiert Besucher erst später. Dreh es um und beginne mit dem, was dein Kunde davon hat.

Eine bewährte Reihenfolge für fast jeden Website-Text sieht so aus: Zuerst das Problem oder Bedürfnis des Kunden benennen. Dann zeigen, wie du es löst. Danach erklären, warum ausgerechnet du der richtige Ansprechpartner bist. Und zum Schluss ein klarer Hinweis, was der Besucher als Nächstes tun soll – anrufen, schreiben, vorbeikommen.

Kurze Sätze, klare Wörter

Schreib, wie du sprichst. Lange Schachtelsätze und Fachbegriffe wirken nicht kompetenter, sie schrecken ab. Wenn du einen Satz laut vorliest und dabei nach Luft ringst, ist er zu lang. Teile ihn. Ersetze „Wir realisieren die Umsetzung Ihres Projekts“ durch „Wir setzen dein Projekt um“. Das klingt menschlicher und ist sofort verständlich.

Konkret statt allgemein

„Höchste Qualität“ und „individuelle Lösungen“ behaupten alle. Solche Floskeln sind austauschbar. Werde konkret: Erzähl von einem echten Projekt, nenne Materialien, Abläufe oder Zahlen. „Wir haben für eine Bäckerei in Wissen die Ladezeit halbiert“ sagt mehr als jedes Werbeversprechen.

Website-Texte schreiben, die auch bei Google gefunden werden

Suchmaschinenoptimierung klingt technisch, im Kern geht es aber um etwas Einfaches: Verwende die Wörter, die deine Kunden bei der Suche tatsächlich eingeben. Überleg dir, wonach jemand googelt, der deine Leistung braucht – etwa „Elektriker Wissen Sieg“ oder „Fliesenleger Westerwald“. Diese Begriffe sollten natürlich in deinen Überschriften und Texten vorkommen.

Übertreib es aber nicht. Ein Text, in dem sich dasselbe Keyword in jedem Satz wiederholt, liest sich schrecklich und wird von Google eher abgestraft als belohnt. Schreib in erster Linie für Menschen. Aussagekräftige Zwischenüberschriften helfen sowohl deinen Lesern als auch der Suchmaschine, den Aufbau schnell zu erfassen.

Jede Seite braucht ihr eigenes Thema

Gib jeder Unterseite ein klares Schwerpunktthema und eine passende Überschrift. Eine Seite, die gleichzeitig alles behandelt, wird für nichts richtig gefunden. Lieber mehrere fokussierte Seiten als eine überladene.

Der Feinschliff: So machst du deine Texte besser

Der erste Entwurf muss nicht perfekt sein – schreib ihn einfach runter. Die eigentliche Arbeit ist das Überarbeiten. Lass den Text ein bis zwei Tage liegen und lies ihn dann mit frischem Blick. Meist streichst du dabei ein Drittel, ohne dass Inhalt verloren geht.

Ein paar Kontrollfragen für den Schluss: Versteht ein Außenstehender sofort, was du anbietest? Steht der Kundennutzen vor der Selbstdarstellung? Gibt es Rechtschreibfehler? Und weiß der Leser am Ende, wie er dich erreicht? Es hilft enorm, den Text einer Person aus dem Bekanntenkreis zu geben, die nichts mit deiner Branche zu tun hat. Wo sie stolpert, stolpern auch deine Kunden.

Wenn die Zeit fehlt

Website-Texte selbst zu schreiben spart Geld und macht deine Seite persönlicher – aber es kostet Zeit und Nerven, gerade wenn das Tagesgeschäft ruft. Manchmal ist es sinnvoller, die Inhalte gemeinsam zu erarbeiten: Du lieferst dein Fachwissen, ich bringe es in eine Form, die verkauft und gefunden wird. Genau das ist Teil meiner Leistungen für kleine und mittlere Betriebe in der Region.

Du willst deine Website-Texte angehen und bist dir unsicher, wo du anfangen sollst? Dann lass uns unverbindlich sprechen. In einem kurzen Gespräch finden wir heraus, ob du die Texte selbst schreibst oder wir das zusammen machen. Nimm einfach Kontakt auf – ich freue mich, von deinem Betrieb zu hören.